Bulimie

Bulimie (auch Ess-Brech-Sucht oder Bulimia nervosa genannt) ist eine häufige Essstörung, die durch wiederkehrende Fressattacken geprägt ist. Bei diesen Fressattacken nehmen die Betroffenen häufig mehr als 10.000 Kalorien zu sich. Nach dem Bulimie-Anfall versuchen die Erkrankten, das Essen beziehungsweise die Kalorien wieder loszuwerden. Typischerweise wird dazu Erbrechen herbeigeführt (Finger in den Hals stecken, Missbrauch von Brechmitteln). Aber auch übermäßiges Sporttreiben oder der Einsatz von Abführmitteln gehören zu den Strategien von Bulimie-Kranken. Von der Bulimie abzugrenzen ist das ebenfalls durch Fressattacken gekennzeichnete Binge-eating. Bulimie ist eine schwere psychische Störung, die in der Regel einer lange währenden Therapie bedarf.

Symptome

Bulimie
  • wiederkehrende Fressattacken, gefolgt von willentlich herbeigeführtem Erbrechen, Missbrauch von Abführmitteln oder anderen Verhaltensweisen, um das Essen wieder los zuwerden oder die zugeführten Kalorien zu verbrennen
  • stark kontrolliertes, meist zwanghaft geprägtes Essverhalten zwischen den Fressattacken
  • keine offenkundig erkennbaren schnellen Gewichtsveränderungen
  • Mangelerscheinungen wie Abwehrschwäche, Konzentrationsstörungen, Unruhe, Schlafstörungen und Haarausfall sowie Regelstörungen; Nierenschäden oder Herzrhythmusstörungen
  • Sodbrennen oder Erkrankungen der Speiseröhre und Karies wegen häufigen Erbrechens
  • begleitende psychische Erkrankungen wie Depressionen, bipolare Störungen oder Angsterkrankungen, auch Drogen-, Nikotin- oder Alkoholabhängigkeit

Ursachen

  • individuell sehr unterschiedlich
  • wichtige Rolle spielt häufig ein schwach ausgeprägtes Selbstwertgefühl
  • Soziale oder familiäre Spannungen und unbewältigte persönliche Konflikte und Traumata begünstigen Essstörungen

Behandlung

  • vorzugsweise mehrmonatige stationäre Behandlung in einer auf Essstörungen spezialisierten psychotherapeutischen Fachklinik
  • ersatzweise ambulante Therapie bei spezialisierten Therapeuten

Selbsthilfe

  • Selbsthilfegruppen für Betroffene
  • Selbsthilfegruppen für Angehörige und Freunde

Vorbeugung

  • wegen der Vielfalt der möglichen Ursachen keine gezielte Vorbeugung möglich
  • Grundsätzlich sollten Eltern Ihren Kindern Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl vermitteln

Autor: Redaktion Rehakliniken Online

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