Harninkontinenz

Harninkontinenz, also der unfreiwillige Abgang von Urin, ist für viele Betroffene ein sensibles Thema, über das man nicht gerne spricht. Dabei könnte gerade ein frühes offenes Gespräch mit dem Arzt dazu beitragen, dass Harninkontinenz oder Blasenschwäche sich nicht weiter verschlechtern oder sogar behoben werden können. Daher der Appell: Wenden Sie sich bei Harnkontinenz möglichst schnell an einem Urologen, damit die Erkrankung Sie nicht weiter belasten kann.

Symptome

Harninkontinenz
  • unfreiwilliger Abgang von Urin
  • starker, nicht unterdrückbarer Harndrang

Ursachen

  • Prostatavergrößerung
  • Schwangerschaft
  • Erschlaffung des Beckenbodens
  • Lachen, Bücken, Heben, Husten oder Niesen bei Belastungsinkontinenz
  • Hormonmangel in den Wechseljahren
  • altersbedingte Schließmuskelschwäche
  • Blasenentzündungen
  • Rückenmarks- oder Nervenerkrankungen
  • Tumore
  • Diabetes, Multiple Sklerose
  • Folge von Operationen, Unfällen
  • angeborene Fehlbildungen
  • Übergewicht und Bewegungsmangel

Behandlung

  • medikamentös mit Anticholinergika wie Oxybutinin, Propiverin, Tolterodin oder Trospiumchlorid; Botulinumtoxin; bei Frauen mit Belastungsinkontinenz das Antidepressivum Duloxetin
  • gegebenenfalls pflanzliche oder synthetische Östrogene wie Östriol
  • operativ durch Schlingenoperation oder künstlichen Ersatz des Schließmuskels
  • bei Männern auch Verkleinerung oder Ausschabung der Prostata

Selbsthilfe

  • Beckenbodentraining
  • Blasentraining
  • Abbau von Übergewicht
  • Ernährung anpassen (Flüssigkeit nicht reduzieren, blasenreizende und blähende Speisen meiden)
  • geeignete Inkontinenzmaterialien verwenden
  • Selbstkatheterismus

Vorbeugung

  • Beckenboden trainieren
  • Übergewicht meiden
  • mit dem Rauchen aufhören
  • ab 50. Lebensjahr Kontrolluntersuchungen wahrnehmen

Wann sollten Sie zum Arzt?

  • bei jeder Form von unkontrolliertem Abgang von Urin

Autor: Redaktion Rehakliniken Online

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