Neurodermitis

Neurodermitis (atopisches Ekzem) ist eine entzündliche Hautkrankheit. Sie verläuft in der Regel schubweise und geht mit Hautausschlag, Ekzemen und starkem Juckreiz einher. In Deutschland leiden etwa 2 Millionen Menschen an dieser Erkrankung. Bis heute ist Neurodermitis nicht heilbar. Die Symptome können jedoch mit unterschiedlichen Mitteln auf ein Minimum reduziert werden.

Symptome

Neurodermitis
  • entzündliche Hautsymptome, häufig an den Streckseiten (vor allem an Armbeugen und Kniekehlen) sowie im Hals- und Gesichtsbereich
  • extrem trockene und gerötete Hautbezirke
  • starker Juckreiz
  • Hautverdickungen und Vergröberungen (sogenannte Lichenifikation), Knötchen und Pusteln
  • empfindliche Haut
  • Milchschorf bei Babys

Merkmale

  • trockene Haut und Lippen (Sebostase)
  • seitlich ausgedünnte Augenbrauen (Hertoghe-Zeichen)
  • doppelte Unterlidfalte (Dennie-Morgan-Falte)
  • häufige Bindehautentzündung, Hautekzeme oder Hautinfektionen
  • verstärkte Zeichnung der Handlinien
  • Entfärbung der Haut nach mechanischen Reizen (sogenannter weißer Dermographismus)

Ursachen

Zusammenspiel aus genetischer Veranlagung, immunologischer Veränderung und äußeren Einflüssen (Triggerfaktoren) wie:

  • hautaustrocknende und hautirritierende Faktoren (vor allem häufiges Baden oder Duschen sowie Wollkleidung, Konservierungsmittel in Kosmetika und Reinigungsmittel)
  • erhöhte Allergenbelastung
  • Hautbesiedlung von Krankheitskeimen (Bakterien, Viren und Pilze)
  • Klimafaktoren und Umwelteinflüsse (wie extreme Kälte oder Hitze, Abgase oder Tabakrauch)
  • seelische Belastungen und Stress

Behandlung

  • Glukokortikoide (Kortisonsalben mit Amcinoid, Betamethason, Dexamethason, Prednisolon und Prednicarbat) in Form von Salbe oder Cremes
  • desinfizierende Antiseptika wie Chlorhexiditin und Triclosan
  • Entzündungshemmung mit Pimecrolimus und Tacrolimus
  • Symptomlinderung mit Zink-Schüttelmixturen, Teerverbindungen und Schieferölen
  • bei schweren Neurodermitisschüben evtl. immunsystemunterdrückende Wirkstoffe wie Glukokortikoide und Ciclosporin
  • bei bakteriellen Infektionen Antibiotika wie Clindamycin und Gentamycin
  • unterstützend Klimatherapien im Hochgebirge und an der See sowie Strahlentherapien mit UVA- und UVB-Licht

Selbsthilfe

  • auslösende Faktoren (Trigger) meiden
  • regelmäßige Hautpflege, zum Beispiel mit Cremes, Lotionen und rückfettende Ölbäder mit Mandel-, Soja-, Nachtkerzen- und Erdnussöl, dünnflüssigem Paraffin und ungesättigten Fettsäuren
  • Juckreizlinderung mit äußerlich aufzutragenden Zubereitungen mit Harnstoff und Polidocanol, Anaesthesulf und Tannolact; zum Einnehmen H1-Antihistaminika wie Cetirizin und Loratadin
  • frei verkäufliche Salben mit Hydrocortison, Dexamethason und Bufexamab
  • Umschläge mit Eichenrinde
  • Salzbäder mit Totem Meer Salz zweimal die Woche
  • Umschläge mit Rote-Beete-Saft
  • Eigenurintherapie
  • möglichst nicht kratzen, übergezogene Fäustlinge und kurz geschnittene Fingernägel für Babys und Kleinkinder
  • Neurodermitis-Selbsthilfegruppen

Wann sollten Sie zum Arzt?

  • bei stark beeinträchtigenden Hautveränderungen und entzündeten Hautarealen
  • bei starkem Juckreiz, psychischer Belastung und hohem Leidensdruck
  • bei ausgeprägtem Milchschorf bei Babys

Autor: Redaktion Rehakliniken Online

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