Nikotinsucht

Weltweit rauchen ca. 1 Milliarde Menschen. Im Durchschnitt rauchen sie 15 Zigaretten am Tag. In der Europäischen Union sterben jährlich mehr als 700.000 Menschen an den Folgen von Zigarettenkonsum. Weltweit gibt es jedes Jahr 7 Millionen frühzeitige Todesfälle, die auf das Rauchen zurückzuführen sind.

Definition

Nikotinsucht

Nikotinsucht ist keine leicht zu überwindende Sucht. Die körperliche Abhängigkeit verschwindet nach Tagen oder spätestens nach wenigen Wochen. Die psychische Sucht hingegen bleibt noch lange im Kopf. Nikotinersatzpräparate helfen den körperlichen entzug zu überwinden.

Die suchtauslösende, unmittelbar spürende Wirkung des Rauchens ist vor allem auf das Nikotin zurück zu führen. Die Chemikalie aus der Tabakpflanze beeinflusst Körper und Psyche des Rauchers. Die Wirkung setzt unmittelbar nach dem Inhalieren ein und kann beruhigend aber auch belebend wirken. Nach ungefähr 20 Minuten ist von der Wirkung nicht mehr viel zu spüren. Starke Raucher greifen meist dann schon wieder zur nächsten Zigarette. Die Gefahr, dass Rauchen zur Sucht wird ist daher besonders hoch.
 

Passivrauchen

Nicht nur Raucher selber sind durch das Rauchen gefährdet. Auch Mitmenschen, die den Rauch passiv einatmen, können geschädigt werden. Besonders gefährlich ist es für schwangere Frauen. Das Risiko einer Frühgeburt steigt, Neugeborene kommen oftmals mit einem geringeren Gewicht auf die Welt und erleiden öfter den plötzlichen Kindstod. Auch Kinder die passiv rauchen nehmen Schaden an ihrer Gesundheit. Sie leiden deutlich häufiger als andere Kinder an Atemwegserkrankungen, Lungenentzündungen und auch Mittelohrentzündungen.

Häufigkeit

In Deutschland rauchen etwa 29 Prozent der Erwachsenen - dies sind etwa 20 Millionen Menschen. Der Anteil der rauchenden Männer liegt dabei deutlich höher als der der Frauen.

Bei den Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren ist die Zahl der Raucher seit 2001 erfreulicherweise zurückgegangen. Nach den letzten Erhebungen im Jahr 2014 rauchen nur knapp 10 Prozent der Jugendlichen. Dabei rauchen mher Jungs als Mädchen.

Nikotinsucht ist eine häufige Sucht. Die Lebenszeit von Rauchern verkürzt sich durch den Tabakkonsum um bis zu 10 Jahre. Etwa 140.000 Menschen sterben jährlich in Deutschland an den Folgen des Rauchens.

Der meiste Tabak wird über Zigaretten konsumiert. Zigarillos, Zigarren, Pfeifen, Schnupf- und Kautabak sowie Wasserpfeifen fallen deutlich weniger ins Gewicht. 

Rohtabak (getrocknete Blätter der Tabakpflanze) muss industriell aufbereitet werden und konsumierbar zu sein. Tabakrauch enthält mehr als 4000 Inhaltsstoffe. Der bekannteste Wirkstoff ist dabei das Nikotin. Je nach Herkunft der Pflanze und Zubereitung des Tabaks bekommt der Raucher, Schnupfer oder Kauer unterschiedlich viel von der giftigen chemischen Mischung ab. Weitere im Tabakrauch vorkommende Chemikalien und Schwermetalle sind zum Beispiel Cyanwasserstoff, Benzol, Fomaldehyd, Hydrazin, Vinylchlorid, Kadmium, Blei, Nickel, Chrom, Aluminium und Kohlenmonoxid. Mehr als 40 der in Tabakrauch enthaltenen Substanzen sind nachweislich krebserregend.

 

Symptome

Der Körper gewöhnt sich schnell an Nikotin, so dass immer mehr konsumiert werden muss um die gleiche Wirkung zu erzielen. Typische Entzugserscheinungen sind eine gesteigerte Erregbarkeit und Ruhelosigkeit. Oftmals reagiert der Körper auf Nikotinentzug mit Hungergefühlen, Heißhungerattacken sind die Folge. Weitere Entzugserscheinungen sind eine geringere Konzentrationsfähigkeit, Schlafstörungen und Angstzustände.

Ursachen

Raucher wurde in der Werbung jahrelang als attrative, freiheitsliebende und männlich dargestellt. Rauchen galt daher als besonders "cool". Der erste Griff zur Zigarette erfolgt meist im Kindes- und Jugendalter. Dabei schmeckt die erste Zigarette meist eher widerlich. Der Körper reagiert auf die erste Dosis Nikotin wie bei einer Vergiftung. Das wird aber von den meisten in Kauf genommen - der Gruppendrang und das Gefühl dazuzugehören sind wichtiger als der merkwürdige Geschmack im Mund.

Im Erwachsenenalter giklt Rauchen als Genuss, es soll zur Erholung in den Arbeitspausen dienen, ein gutes Essen abschließen und ähnliches. Rauchen wird dadurch zum Ritual.

Nikotin wirkt durch Botenstoffe auch auf die Psyche. es steigert die Aufmerksamkeit, erhöht die Stresstoleranz und stützt das Gedächtnis. Parallel senkt es den Aggressionsspiele, baut Erregung ab und mindert das Hungergefühl. Psychisch abhängig voin der Zigarette ist man, wenn man glaubt die ZIgarette unbedingt zu brauchen. Der Konsum kann dann kaum mehr kontrolliert werden. Die Entzugserscheinungen bestimmen wann die nächste Zigarette geraucht wird.

Behandlung

Vom Raucher zum Nichtraucher kann es ein langer Weg sein und es kommt auf jeden persönlich an, welche Methode am besten wirkt.

Um die körperlichen Entzugssysmptome zu lindern gibt es Nikotinpflaster und Nikotinkaugummis, bei einer leichen Abhängigkeit können sie ein Weg aus der Sucht sein. Nikotinsucht gilt nicht als Krankheit, sonder als selbstschhädigendes Verhalten. BIslang übernehmen die Krankenkassen keine Kosten für die Behandlung. Nach Expertenmeinung sollte die Nikotinsucht wie jede andere Suchterkrankungen behandelt werden.

Folgen für die Gesundheit

Das in Tabak enthaltene Nikotin löst die Sucht danach aus. Die anderen enthaltenen Chemikalien beeinträchtigen die Gesundheit des gesamten Körpers. In vielen Fällen ist Tabakkonsum für einen Frühzeitigen Tod verantwortlich.

Die Atemwege eines Rauchers sind einer ständigen massiven Chemikalienbelastung ausgesetzt. Mögliche Spätschäden können eine chronische Bronchitis und sogar Lungenkrebs sein. Rauchen fördert die Gefäßverkalkung (Arteriosklerose), was wiederum zu schweren Durchblutungsstörungen führen kann. Ausserdem xteigert rauchen den Blutdruck, ein erhöhter Blutdruck fördert Erkrankungen von Herz und Gefäßen. Spätfolgen sind oftmals die koronare Herzerkrankungen, Durchblutungsstörungen der Beinarterien (Raucherbein) und Herzinfakrt. Mit dem Rauchen steigt auch das Risiko f+r Krebserkrankungen - insbesondere für Lungenkrebs, Kehlkopfkrebs, Speiseröhrenkrebs und Mundhöhlenkrebs. Auch bei der Entstehung anderer bösartiger Tumore spielt Nikotin eine Rolle, beispielsweise bei Bauchspeicheldrüsenkrebs, Nierenkrebs und Magenkrebs. Etwa 25 bis 30 Tote durch Krebs sind Raucher gewesen.

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