Reha bei Suchterkrankungen

Schnell kann der Konsum von Alkohol, Drogen und Medikamenten zu einem Teufelskreis werden. Eine Rehabilitationsmaßnahme kann helfen diesen Teufelskreis zu durchbrechen.

Eine Entwöhnungsbehandlung kann stationär in einer spezialisierten Klinik oder ambulant erfolgen. Die Dauer der Behandlung ergibt sich aus dem Grad der Erkrankung.  

  • Eine stationäre Kurzzeit-Therapie für Alkohol- und Medikamentenabhängige dauert in der Regel acht Wochen. Bei Drogenabhängigen sind bis zu 14 Wochen vorgesehen.
  • Eine Standardtherapie kann bei Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit stationär 12 bis 15 Wochen dauern, bei Drogenabhängigkeit 21 bis 26 Wochen.
  • Nach der Behandlung in der Klinik ist eine Adaptionsphase von bis zu drei Monaten möglich. Erprobt wird, ob der Betroffene sein Leben wieder eigenständig führen kann.
  • Bei der ganztägig ambulanten Behandlung kommt der Rehabilitand täglich sechs bis acht Stunden in eine wohnortnahe Einrichtung. Die Therapie dauert bis 12 Wochen bei Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit, bei Drogenabhängigkeit bis zu 20 Wochen.
  • Therapeutische Einzel- und Gruppengespräche bestimmen die rein ambulante Entwöhnungsbehandlung. Sie dauert in der Regel maximal 18 Monate.
  • Rehabilitanden können im Anschluss an eine stationäre oder ganztägig ambulante Therapie Nachsorgeleistungen in Anspruch nehmen. Sie sollen möglichst nahtlos, spätestens aber innerhalb von drei Monaten nach der Rehabilitation beginnen.

Eine Reha ist nicht nur bei stoffgebundenen Süchten wie Alkohol, Medikamenten und Drogen möglich. Pathologisches Glücksspiel oder pathologischer PC-/Internetgebrauch sind ebenfalls Indikationen für eine Entwöhnungsbehandlung. Mitte Juni 2018 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) auch Videospielsucht als Krankheit anerkannt.

Die Ziele einer Rehabilitation bei Suchterkrankungen sind im Wesentlichen den Betroffen zu helfen abstinent zu werden und diese auch zu bleiben. Die Patienten sollen nach Möglichkeit gesund werden und ihren Platz in der Gesellschaft, im Beruf und der Familie wieder einnehmen.

Die Krankenkassen übernehmen die Kosten der Entgiftungsphase beim Entzug. Die sich anschließende Entwöhnungsbehandlung wird in aller Regel von der Rentenversicherung übernommen.

Entwöhnungsbehandlungen werden empfohlen, wenn ein zwanghafter Alkohol-, Medikamenten- oder Drogenkonsum mit Verlust der Selbstkontrolle und Unfähigkeit zur Abstinenz vorliegt. Den ersten Schritt muss der Betroffene selber tun. Er muss die Entwöhnungsbehandlung wünschen. Suchtberatungsstellen können ihm hierbei beratend zur Seite stehen.

Autor: Redaktion Rehakliniken Online

Stand: 23.01.2019

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