Schilddrüsenunterfunktion

Ein Mangel an den Schilddrüsenhormonen Thyroxin und Trijodthyronin geht auf eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) zurück. Bei diesem Mangel setzt das Gehirn einen Kreislauf in Gang, der die Schilddrüsenunterfunktion immer weiter verschlimmert. Denn das Gehirn schüttet Hormone aus, die die Schilddrüse anregen. Dadurch wächst die Schilddrüse, verliert aber weiter an Funktion. Das Wachstum der Schilddrüse ist auch der Grund für den häufig bei Schilddrüsenunterfunktion zu beobachtenden Kropf. Ursache der Schilddrüsenunterfunktion ist häufig Jodmangel. Auf eine Autoimmunreaktion zurückzuführen ist die durchaus häufige Schilddrüsenunterfunktion infolge von Hashimoto-Thyreoiditis, einer besonderen Form der Schilddrüsenentzündung.

Symptome

Schilddrüsenunterfunktion
  • Vergrößerung der Schilddrüse (Kropf)
  • Leistungs- und Konzentrationsschwäche
  • Gewichtszunahme
  • depressive Verstimmungen und Depressionen
  • trockene, blasse Haut; struppiges Haar, brüchige Nägel
  • raue, heisere, verwaschene Stimme
  • teigig geschwollenes Gesicht und Extremitäten (sogenanntes Myxödem)
  • Funktionsstörungen von Herz und Lunge
  • langsames Wachstum bei Säuglingen und Kindern
  • Minderwuchs und Skelettmissbildungen während der Pubertät
  • schwere Behinderungen des Kindes bei Schilddrüsenunterfunktion während der Schwangerschaft

Ursachen

  • mangelnde Jodaufnahme oder –verwertung
  • gestörte Regulation der Schilddrüsenhormonfreisetzung in Hypothalamus (Teil des Zwischenhirns) und Hypophyse (Hirnanhangdrüse)
  • Operationen, Bestrahlungen oder Entzündungen der Schilddrüse
  • Schmerz- und Rheumamittel wie beispielsweise Acetylsalicylsäure und Ibuprofen, Diabetes-Mittel oder Sulfonamide
  • Autoimmunreaktionen, zum Beispiel Hashimoto-Thyreroiditis

Diagnose

  • Bestimmung der Schilddrüsenhormone und spezieller Antikörper durch Blutuntersuchung
  • Darstellung der Schilddrüse durch Ultraschall oder andere bildgebende Verfahren

Behandlung

  • medikamentöse Jodzufuhr bei mangelbedingter Schilddrüsenunterfunktion (nicht bei Hashimoto)
  • in den meisten Fällen Gabe des Schilddrüsenhormons Thyroxin (T4), selten auch Trijodthyronin (T3)

Selbsthilfe

  • Medikation nach ärztlicher Vorschrift und regelmäßig Kontrolluntersuchungen wahrnehmen
  • bei Bedarf Jod mit der Nahrung zuführen (jodiertes Salz, Fisch, Meeresfrüchte)

Vorbeugung

  • jodreiche Ernährung (jodiertes Speisesalz, Salzwasser-Fisch)
  • Neugeborenenscreening auf Schilddrüsenunterfunktion um den 3. bis 5. Lebenstag (oft zusammen mit der U2)

Wann sollten Sie zum Arzt?

  • bei geschwollenem Hals oder tastbaren Knoten
  • bei unerklärlicher Leistungsschwäche oder Stimmungseintrübungen
  • bei entwicklungsverzögerten und trinkschwachen Kindern

Autor: Redaktion Rehakliniken Online

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