Tourette

Das Tourette-Syndrom, auch Tourette Gilles-de-la-Tourette-Syndrom genannt, ist eine seltene und nicht heilbare neurologische Erkrankung. Tourette-Erkrankte werden in der Öffentlichkeit schnell erkannt: Grund sind die sogenannten Tics. Dabei handelt es sich um unwillkürliche, also bewusst nicht lenkbare, Bewegungen und Sprachäußerungen. Besonderes auffällig sind die sprachlichen Tics, da sie häufig obszönen oder vulgären Inhalts sind. Die Ursache für das Tourette-Syndrom ist nicht bekannt und die Krankheit auch nicht heilbar. Besonders häufig betroffen sind Kinder. Etwa ab dem 20. Lebensjahr mildern sich die Symptome zuweilen, bei einem Drittel der Tourette-Patienten verschwinden die Tics sogar ganz.

Symptome

Tourette
  • Blinzeln, Grimassieren, Bewegungen von Mund und Lippen, Kopfschütteln, Schulterzucken, Fingerbewegungen, ruckartige Bewegungen jedes Körperteils
  • Beißen, Hüpfen, in die Hocke gehen, Zurechtzupfen der Kleidung, Spielen mit den Haaren
  • obszöne Gesten (Kopropraxie)
  • zwanghaftes Imitieren Anderer (Echopraxie)
  • Bellen, Grunzen, Gurgeln, Husten, Kreischen, Räuspern, Saugen, Schniefen, Schreien, Spucken, Tiergeräusche, Zischen und viele andere Geräusche
  • Auffälligkeiten beim Sprechen, was Rhythmus, Betonung, Geschwindigkeit angeht
  • Wiederholen von Silben oder Wörtern (Echolalie)
  • Aussprechen und Wiederholen obszöner oder sozial unangemessener Wörter (Koprolalie)
  • häufig begleitend Zwangsstörungen, ADHS, Depressionen oder Ängste

Ursachen

  • nicht bekannt
  • erbliche Komponente vermutet

Behandlung

  • ursächliche Behandlung nicht möglich
  • Linderung starker Tics nach Abwägung von Nutzen und Nebenwirkungen durch Neuroleptika wie Tiaprid, Pimozid, Risperidon oder Olanzapin, selten Haloperidol
  • gegebenenfalls medikamentöse und psychotherapeutische Behandlung von begleitenden Erkrankungen wie ADHS (in 80 Prozent der Fälle), Ängsten, Depressionen oder Zwangsstörungen
  • operative Verfahren wie Verödung von bestimmten Hirnarealen oder Hirnschrittmachern im experimentellen Stadium

Selbsthilfe

  • Besuch von Selbsthilfegruppe für den Kontakt mit Betroffenen (für Erkrankte und Umfeld)
  • Erlernen von Entspannungsmethoden wie Muskelrelaxation oder Autogenem Training (positiver Effekt individuell unterschiedlich)

Vorbeugung

nicht möglich

Wann sollten Sie zum Arzt?

  • bei offenkundigen Tics
  • bei verhaltensauffälligen Kindern auch an Diagnose Tourette-Syndrom denken

Autor: Redaktion Rehakliniken Online

  • Teilen
  • Teilen
  • Teilen
  • BookmarkMerken
  • Drucken
  • Empfehlen