Wundheilung

„Die Zeit heilt alle Wunden“ - an diese Aussage glauben Menschen mit Wundheilungsstörungen in der Regel nicht oder nicht mehr. Oft haben Betroffene einen jahrelangen Leidensweg mit dauerhaft geöffneten oder wiederholt aufgehenden Wunden hinter sich. Und manche Wunden können selbst mit den modernsten Behandlungsmethoden nicht zum Abheilen gebracht werden. Etwa 1 bis 2 % der Menschen weltweit leiden an einer gestörten Wundheilung.

Symptome

Wundheilung
  • verzögerte Wundheilung
  • gar nicht abheilende Wunden
  • sich ständig neu öffnende Wunden

Ursachen

  • örtliche (lokale) Faktoren
    • Krankheitserreger und Wundinfektionen mit Bakterien, Viren, Parasiten und/oder Pilzen
    • Fremdkörper in der Wunde
    • große oder gequetschte Wunde
    • spannende und zerklüftete Wundränder
    • große Blutergüsse (Hämatome) im Wundbereich
    • mangelnde Ruhigstellung der Wunde
    • permanente Druckbelastung der Wunde
    • Neigung zu überschießender Narbenbildung
    • Auseinanderklappen der Wundränder nach Wundnaht (sogenannte Wunddehiszenz)
    • zu zeitige Entfernung der Fäden nach operativem Wundverschluss.
  • allgemeine Umstände
    • höheres Lebensalter
    • schlechter Ernährungszustand und ungenügende Aufnahme von Eiweißen, Kohlenhydraten, Fetten, Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen
    • Begleiterkrankungen wie Diabetes, Blutarmut, arterielle Durchblutungsstörungen, Gicht, Nikotinsucht und Venenschwäche (venöse Insuffizienz).
    • Schwächung des körpereigenen Abwehrsystems, zum Beispiel bei Krebserkrankungen und chronische Infektionskrankheiten wie Tuberkulose, AIDS oder Syphilis
    • Medikamente; insbesondere Gerinnungshemmer, Krebsmedikamente (Zytostatika) und immunsystemunterdrückende Wirkstoffe wie Kortisonpräparate
    • psychosoziale Umstände und psychische Erkrankungen; vor allem mangelnde Kooperationsbereitschaft des Patienten, Demenz und Verwahrlosung oder die Angst vor Schmerzen

Behandlung

  • moderne Wundauflagen wie Hydrokolloid- und Alginat-Verbände
  • Vakuumtherapie mit speziellen Vakuumsystemen
  • Madentherapie
  • plastisch-rekonstruktive Verfahren wie Hautlappenplastik und Hauttransplantation

Selbsthilfe und Vorbeugung

  • Verbandswechsel gewissenhaft und regelmäßig nach ärztlicher Vorschrift
  • jeden vereinbarten Termin in der Wundsprechstunde wahrnehmen
  • Begleiterkrankungen, insbesondere Diabetes, ärztlich einstellen lassen
  • Behandlungsempfehlungen gewissenhaft einhalten
  • Übergewicht verhindern
  • abwechslungsreiche und gesunde Ernährung sowie ausreichende Zufuhr von Eiweißen, Fetten, Kohlenhydraten, Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen
  • mit dem Rauchen aufhören
  • auf ein gesundes körpereigenes Immunsystem achten

Wann sollten Sie zum Arzt?

mit jeder Wunde, die nicht regelrecht abheilt oder sich immer wieder öffnet (insbesondere Diabetiker sowie Menschen mit Durchblutungsstörungen und anderen chronischen Erkrankungen)

Autor: Redaktion Rehakliniken Online

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