Wo kann man kuren?

Es gibt nicht nur verschiedene Arten der Kur, sondern auch viele unterschiedliche Kurorte, die je nach Erkrankung passend gewählt werden können.

Kuren in Deutschland

Das Klima an den Küsten wirkt sich anders auf Allergien, Asthma oder andere Erkrankungen aus als beispielsweise das Klima im Gebirge. Bestimmte Atemwegserkrankungen können in entsprechenden Kurorten besser und gezielter behandelt werden, wenn das jeweilige Klima den Genesungsprozess fördert. Häufig ermöglicht ein bestimmtes Klima oder eine spezielle Bodenbeschaffenheit in einem Kurort erst die Genesung und Entlastung und fördert somit den Heilungsprozess im Zuge einer Kur.

Viele Kurorte innerhalb Deutschlands beherbergen wahre Schätze: Natürliche heiße Quellen, nährstoffreiche Böden und durch das Meer gereinigte Luft. Diese Bedingungen können den Heilungsprozess vieler Erkrankungen maßgeblich mitbestimmen und einen Kurerfolg garantieren.

Zusätzlich sind Kurorte den Bedürfnissen der Kurgäste angepasst. So sind die jeweiligen Kurorte zumeist ausgezeichnet durch einen eingeschränkten Verkehr, einer ungestörten Kuranlage und verschiedene Wegemöglichkeiten (Landschafts-, Wander- oder Strandwege). Ebenfalls werden in einem Kurort neben der medizinischen und therapeutischen Versorgung verschiedene Beschäftigungsmöglichkeiten zu Spiel, Spaß und Sport angeboten.

Heilbad

Als Heilbad darf sich eine Ortschaft mit medizinischer Einrichtung bezeichnen, wenn sie die vorausgesetzten Eigenschaften und Kurmaßnamen mitbringt. So muss z. B. der Boden des Kurorts wissenschaftlich anerkannte und durch Erfahrungen bewährte Eigenschaften besitzen. Auch muss ein Badearzt bzw. eine Badeärztin mit einer Praxis vorhanden sein, ein Kurmittelhaus als Zugang zu den Kurmitteln und ein Kurpark vorhanden sein. Dieser darf nicht durch öffentlichen Verkehr gestört sein und muss durch Wegenetze zu Kurzwecken (z. B. Terrainkuren) genutzt werden können. Außerdem zeichnet sich das Heilbad als Kurort durch seine ungestörten Spiel-, Sport- und Liegewiesen aus, auf denen die Kurgäste ihrer Genesung nachkommen können. Zur begleitenden Kur-Ernährung muss im Heilbad eine Diätberatung und mindestens ein staatlich geprüfter Diät-Assistent geführt werden.

Heilbäder dürfen den Zusatz „Bad“ in ihren Ortsnamen führen. Unterschieden werden Heilbäder in Kneippheilbäder (spezielles Verfahren nach Kneipp), Moorheilbäder (Medizinische Nutzung des torfigen Bodens des Kurortes), Mineralheilbäder (Medizinische Nutzung des mineralhaltigen Bodens des Kurorts), Seeheilbäder (Nutzung des von der See bestimmten Klimas) und in Thermalsoleheilbäder (Nutzung der Sole).

Seeheilbad

Das Seeheilbad ist durch seine Lage direkt an der Meeresküste gekennzeichnet. Hierbei darf die Distanz der Ortsmitte zum Strand nicht größer als 2 km sein. Die Meeresluft muss eine bewiesen saubere Qualität und wissenschaftlich sowie durch Erfahrungen belegte medizinische Eigenschaften besitzen. Im Kurort muss mindestens eine Praxis mit Badearzt sein, ebenfalls erfordert das Seeheilbad als Kurort ein Kurmittelhaus als Zugang zu den Kurmitteln. Zur begleitenden Kur-Ernährung muss auch im Seeheilbad eine Diätberatung und mindestens ein staatlich geprüfter Diät-Assistent da sein.

Ein Seeheilbad als Kurort muss einen kontrolliert und gepflegten Badestrand vorweisen, sowie eine ungestörte Kuranlage. Hier müssen verkehrsfreie Wegenetze durch Parks, Strand oder Landschaft gegeben sein. Zur Genesung der Kurpatienten müssen zudem ungestörte Spiel-, Sport und Liegewiesen vorhanden sein.

Seebad

Das Seebad als anerkannter Kurort muss nahe zur Küste liegen. Hierbei darf die Distanz vom Ortskern zum Strand nicht mehr als 2 km betragen. Durch die Lage an der Meeresküste profitiert das Seebad vor allem von den klimatischen Verhältnissen direkt am Meer. Ein kontrollierter Badestrand und zugängliche Strandpromenaden, sowie Landschafts- und Strandwege zum Wandern und Spazieren bieten den Kurgästen Beschäftigung und Entspannungsmöglichkeiten. Zusätzlich zur Lage muss mindestens eine Arztpraxis im Kurort angesiedelt sein.

Kneipp-Heilbad

Das Kneipp-Heilbad zeichnet sich durch die Eigenschaften eines Heilbades in Kombination mit den angewandten Kurmethoden nach Kneipp aus. Wichtig sind vor allem die Luftqualität des Kurortes und die durch Erfahrungen bestätigten medizinisch wirksamen klimatischen Eigenschaften eines Heilbades (medizinische Wirksamkeit des Bodens durch z. B. Mineralien).

Das Kneipp-Heilbad wird unter den besonderen Kurmaßnahmen nach Sebastian Kneipp geführt. Dieser begründete die kombinierte hydrotherapeutische Therapie mit Hilfe von Wasser, Bewegung, einer geordneten Lebensführung und einer speziellen Physio- und Ernährungstherapie. Eingesetzt werden Kneippgüsse, Wickel und Bäder, mit dessen Hilfe die Effekte von Dampf und Temperatur ausgenutzt werden. Das Kneipp-Heilbad wird durch einen stetig anwesenden Kurarzt betreut. Ebenfalls muss mindestens eine Praxis eines Badearztes im Kurort ansässig sein und zumindest eine Person mit der Berufsbezeichnung „Masseur und medizinischer Bademeister“, welcher die Kur-Patienten betreut. Die kombinierte Ernährungskur beinhaltet zusätzlich immer die Beratung durch einen staatlich geprüften Diät-Assistenten.

Weiter muss ein Kneipp-Heilbad mindestens seit zehn Jahren als Kneipp-Kurort bestehen, um sich Kneipp-Heilbad nennen zu können. Wie in den anderen Kurorten muss auch hier ein Kurpark mit entsprechend ruhigen und verkehrsfreien Spiel-, Sport- und Liegewiesen vorhanden sein und eine Waldanlage mit ausgezeichneten Wegenetzen die Möglichkeit für eine Terrain-Kur bieten.

Kneipp-Kurort

Der Kneipp-Kurort muss wissenschaftlich anerkannte hydrotherapeutische Kuren für mindestens 100 Betten in mindestens drei Kurbetrieben anbieten. Der Kneipp-Kurort zeichnet sich durch die wissenschaftlich anerkannte und durch Erfahrungen sowie belegt medizinisch wirksame bewährte Luftqualität aus.

Zur Therapie wird besonders die kombinierte Kneipp-Kur eingesetzt, bei der mit Hilfe von Wasser, Bewegung, einer geordneten Lebensführung, einer speziellen Physio- und Ernährungstherapie (Vollwertkost) medizinische Kurmaßnahmen angewendet werden. Eingesetzt werden Kneippgüsse, Wickel und Bäder, mit dessen Hilfe die Effekte von Dampf und Temperatur(-unterschiede) ausgenutzt werden. Diese medizinischen Kurmaßnahmen werden durch mindestens einen ansässigen Badearzt betreut. Die kombinierte Ernährungskur beinhaltet zusätzlich immer die Beratung durch einen staatlich geprüften Diät-Assistenten. Ebenfalls muss mindestens ein staatlich geprüfter „Masseur und medizinischer Bademeister“ zur Betreuung eingesetzt werden.

Wie für einen Kurort typisch, muss auch hier ein Kurpark mit entsprechend ruhigen und verkehrsfreien Spiel-, Sport- und Liegewiesen vorhanden sein und eine Waldanlage mit ausgezeichneten Wegenetzen die Möglichkeit für eine Terrain-Kur bieten.

Heilklimatischer Kurort

Ein heilklimatischer Kurort muss ein zu Kurzwecken einsetzbares und auf Erfahrungen beruhendes bewährtes Klima aufweisen. Die nachgewiesene Luftqualität muss laufend mit Hilfe des Ministeriums für Wissenschaft, Wirtschaft und Verkehr überwacht, analysiert und bewertet werden. Um die Kurmaßnahmen wirksam einzusetzen, muss mindestens eine Praxis mit einem Kurarzt anwesend sein. Für die kombinierte Ernährungstherapie muss ein staatlich geprüfter Diät-Assistent ansässig sein. Weiter muss ein Kurmittelhaus zur Verfügung stehen, in dem eine Klimakur durchgeführt werden kann.

Der Heilklimatische Kurort muss weiter einen Kurpark mit Möglichkeiten für Spiel und Sport aufweisen. Die Liegeflächen auf Wiesen und in Hallen sowie Waldanlagen mit Sonnen- und Schattenflächen sind ebenfalls Teil einer Klimakur. Gekennzeichnete Wegenetze bieten die Möglichkeit einer Terrainkur.

Luftkurort

Der Luftkurort besitzt wissenschaftlich anerkannte und durch langjährige Erfahrungen bewährte Eigenschaften, welche medizinisch nachweisbar sind. Weiter muss der Luftkurort mindestens eine Arztpraxis beinhalten und Einrichtungen zur Durchführung einer Klimakur nachweisen können. Hierbei sind vor allem Park- und Waldanlagen mit gekennzeichneten Wegenetzen wichtig. Ein Freibad, ein Hallenbad in angemessener Entfernung zur Kuranlage sowie Spiel-, Sport- und Liegewiesen sollten wie in jedem Kurort auch in einem Luftkurort vorhanden sein.

Autor: Redaktion Rehakliniken Online

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