Gesünder älter werden

In einem sehr kurzweiligen und interaktiven Vortrag präsentierte Prof. Dr. med. Martin Huonker im Medienhaus in Ravensburg, auf was geachtet werden muss, damit Menschen „gesünder“ älter werden. Dabei ging der Ärztliche Direktor des Gesundheitszentrums Federsee im Speziellen auf Methoden der Trainings- und Sporttherapie ein, welche Altersbeschwerden vorbeugen können.

Gesünder älter werden

Schon die Eröffnungsfrage an das Publikum „Wann beginnt eigentlich älter werden?“ erzeugte einen Austausch mit den Besuchern, der die unterschiedlichen Sichtweisen zum Thema „Älter werden“ und das große Interesse aufzeigte.

Um überhaupt zu klären, wie man motorische Kompetenzen im Alter erhalten kann, erklärte Martin Huonker anhand von einfachen Beispielen die organischen Alterungsprozesse und zeigte welche organbezogenen Funktionseinbußen in welchem Ausmaß im Alter in der Regel zu erwarten sind.  Gerade Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit und Koordination sind Fähigkeiten, welche es in der Jugend durch einen größeren Trainingsumfang zu trainieren gilt, um später davon zu profitieren.  Dabei unterschied er zwischen den beiden Lebenshälften und auch die unterschiedlichen körperlichen Anlagen von Frau und Mann. So gilt es in der ersten Lebenshälfte, wenn es um Leistungsfähigkeit geht, seine Stärken zu stärken. In der Trainingstherapie von Männern ist ein  Krafttraining wirksamer, bei Frauen ein Ausdauer- und Beweglichkeitstraining. In der zweiten Lebenshälfte sollten die aufkommenden körperlichen Schwächen trainiert werden, Männer sollten dann ab dem etwa 50. Lebensjahr den Schwerpunkt eines gesundheitsorientierten Trainings mehr auf die Ausdauer und die Beweglichkeit legen, Frauen dafür mehr auf die Kraft.

Da die Kraft der Beine bis zum hohen Lebensalter um bis zu ca. 70% abnehmen kann, gab Martin Huonker die Empfehlung „Achten Sie auf Ihre Beine“. Eine zielgerichtete Sporttherapie der Beine kann degenerative Alterserscheinungen wie z.B. Arthrose oder Venenleiden in diesem Körperbereich vermindern. Stürze mit Oberschenkelhalsbrüchen im höheren Alter sind nicht selten Folge der schlechter werdenden Kraft und Koordination und können in einem Teil der Fälle durch schlechtes Sehen oder der Einnahme von die Reaktionsfähigkeit einschränkenden Arzneimitteln mit verursacht werden.

Auch zur Rumpfstabilität konnte der Chefarzt der Fachabteilung Innere Medizin der Federseeklinik und ehrenamtliche Landessportbundarzt des WLSB und Sportkreisarzt des Sportkreises Biberach einige hilfreiche Trainingstipps weitergeben. Er stellte das Bootsmast-Modell vor und erklärte, welche Vorteile die Stärkung des hinteren Rumpfes durch z.B. Kraulen, Bogenschießen oder Rudern und ein ergänzendes Bauchmuskeltraining in Kombination mit Rumpfdehnübungen im Alter haben kann. Das gezielte Trainieren des Rumpfes und der Beine kann insbesondere chronischen Rückenbeschwerden vorbeugen und dient in hohem Alter gleichzeitig der Sturzprävention.

Herr Prof. Dr. Martin Huonker beendete den Vortrag mit einer Lebensweisheit und verglich das Altern mit dem Bergsteigen, „je höher man kommt, umso mehr sind die Kräfte verbraucht, aber umso weiter sieht man“ und erntete die Zustimmung des Publikums. Im Anschluss konnten die Besucher persönliche Fragen direkt an den Chefarzt der Abteilung Innere Medizin der Federseeklinik stellen und den ein oder anderen individuellen Gesundheits-Tipp mit nach Hause nehmen.

Autor: Redaktion Rehakliniken Online

Stand: 29.10.2018

Quelle:

Gesundheitszentrum Federsee

  • Auf Whatsapp teilenTeilen
  • Auf Facebook teilen Teilen
  • Auf Twitter teilenTeilen
  • Auf Google+ teilenTeilen
  • MerkenMerken
  • DruckenDrucken
  • SendenSenden