Wenn Abhängige abschrecken

Wieder ist die Zahl der Drogentoten in Deutschland gestiegen. Im vergangenen Jahr sind 1.333 Menschen in Deutschland an ihrem Drogenkonsum gestorben, neun Prozent mehr als im Vorjahr. Das geht aus dem am Montag veröffentlichten Jahresbericht 2016 zur Rauschgiftkriminalität hervor. „Wir müssen umdenken. Die Prävention muss noch viel früher ansetzen“, fordert Dr. med. Dieter Geyer, Chefarzt der Johannesbad Fachkliniken Holthauser Mühle und Fredeburg.

Wieder ist die Zahl der Drogentoten in Deutschland gestiegen. Im vergangenen Jahr sind 1.333 Menschen in Deutschland an ihrem Drogenkonsum gestorben, neun Prozent mehr als im Vorjahr. Das geht aus dem am Montag veröffentlichten Jahresbericht 2016 zur Rauschgiftkriminalität hervor. „Wir müssen umdenken. Die Prävention muss noch viel früher ansetzen“, fordert Dr. med. Dieter Geyer, Chefarzt der Johannesbad Fachkliniken Holthauser Mühle und Fredeburg. Dort werden  jedes Jahr etwa 450 Drogenabhängige therapiert. „Gerade synthetische Drogen wie sogenannte Legal Highs sind besonders gefährlich, das zeigt der enorme Anstieg der Toten nach dem Konsum dieser neuen psychoaktiven Stoffe.“ 2016 wurden in Folge des Konsums solcher Substanzen 98 Tote erfasst, im Jahr zuvor waren es 39 gewesen.

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, sagte bei der Vorstellung des Berichts: „Wir brauchen noch umfassendere Hilfen für Abhängige und deren Angehörige. Vor allem aber müssen wir deutlich früher ansetzen. Prävention und Frühintervention lauten die Schlagworte. Jeder, der erstmalig mit einer verbotenen Substanz aufgegriffen wird, muss mit seinem Drogenkonsum konfrontiert werden und umgehend Beratung erhalten.“ Diesen Weg gehen die Suchtkliniken der Johannesbad Gruppe bereits.

Realität schreckt ab

Sozialarbeiter der vier Häuser in Bad Fredeburg und Furth im Wald besuchen mit Patienten regelmäßig Schulen. Mit dem Präventionsprojekt „in between“ kommen auch zunehmend auswärtige Schulen zur Präventionsveranstaltung in die Johannesbad Fachkliniken Fredeburg, die dafür mit Polizei und Suchtberatungsstellen zusammenarbeitet. „Wenn ein Abhängiger schildert, wie er in die Sucht gerutscht ist und wie hart es ist, wieder herauszukommen, beeindruckt das die Jugendlichen. Das schreckt stärker ab als jeder Film oder gar eine ganze Woche Prävention an der Schule“, sagt Sozialarbeiterin Romy Friederici aus der Johannesbad Fachklinik Fredeburg. Dieses Präventionsangebot nutzen auch Firmen wie Thyssen Krupp, Pierburg Neuss, Fuchs Meinerzhagen oder die Gemeinschafts-Lehrwerkstatt-Arnsberg GmbH. „Auszubildende bekommen in solchen Gesprächen einen intensiven Einblick in die Problemlage Sucht und mehr Verständnis für den schleichenden Weg in die Abhängigkeit“, erzählt Romy Friederici.

Hintergrund zum Drogenbericht:

2016 wurden 1.333 rauschgiftbedingte Todesfälle registriert. Dies entspricht einem erneuten Anstieg um 9 Prozent. Der Anteil der männlichen Rauschgifttoten betrug rund 84 Prozent. Analog dem Vorjahr lag der Altersdurchschnitt aller Drogentoten bei knapp über 38 Jahren. Im Jahr 2002 lag das Durchschnittsalter noch bei 32 Jahren. 2016 kam es zu einem erheblichen Anstieg der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Konsum von sogenannten Neuen psychoaktiven Stoffen (NPS). Es verstarben insgesamt 98 Menschen (2015: 39) in Folge der Einnahme alleinig von NPS oder in Verbindung mit anderen Substanzen. Am 26. November 2016 ist das Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz (NpSG) in Kraft getreten, das ein weitreichendes Verbot des Erwerbs, Besitzes und Handels und eine Strafbewehrung der Weitergabe von NPS vorsieht.

Autor: Redaktion Rehakliniken Online

Stand: 11.05.2017

Quelle:

Johannesbad Holding AG

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